Zur Kasse gebeten: Girokonten werden immer teurer

Das kostenfreie Girokonto ist schon lange Vergangenheit. Eine gebührenfreie Kontoführung ist zur Seltenheit bei Geldinstituten geworden, die von ihren Kunden immer höhere Raten verlangen. Alternativen bieten lediglich Direktbanken. Die jährliche Mitteilung über den weiteren Anstieg der Kontoführungsgebühren gehört fast schon zum traditionellen Ärgernis am Jahresende. Aufgrund der stetig fallenden Zinssätze verdienen Banken bei der Kreditvergabe kaum noch Geld. Diese ausbleibenden Einnahmen holen sich die Banken über teure Gebühren zurück. Da mit der erlangten Volljährigkeit fast jeder Bürger ein Girokonto für Gehaltszahlungen oder Mietüberweisungen benötigt, gibt es kaum eine Ausweichmöglichkeit, die steigenden Gebühren zu umgehen.

Im Durchschnitt verlangen Banken von 5 bis 10 Euro pro Monat für die Bereitstellung eines Kontos. Nur durch monatliche Mindesteingangszahlungen, die sich je nach Anbieter unterscheiden, können in ausgewählten Fällen die Gebühren umgangen werden. Eine dauerhafte Lösung, den Kosten aus dem Weg zu gehen, ist dies jedoch nicht.

Direktbanken als alternative Option

Postbank, Haspa oder Sparda Bank setzen mit den steigenden Gebühren die Treue ihrer langjährigen Kunden unweigerlich aufs Spiel. Der Kunde als Geldgeber für klaffende Löcher in der Kasse? Dieser Weg verläuft zweifellos in die falsche Richtung. Dem gegenüber stehen Direktbanken, die sich mit kostenfreien Alternativen als bessere Option entpuppen.

Dabei ist das Angebot kaum von den klassischen Banken zu unterscheiden. Statt Mitarbeiter und Filialen vor Ort wird dem Kunden das gesamte Produktportfolio online zur Verfügung gestellt. Überweisungen und Abwicklungen laufen ausschließlich digital ab. Die fehlende Filialpräsenz spart dem Unternehmen Kosten und Ausgaben, die wiederum durch kostenlose Konten an den Kunden zurückgespielt werden.

In Anbetracht der steigenden Digitalisierung ein Schritt, der logisch erscheint und das Konzept der Bankfiliale überholt wirken lässt. Callcenter und Kundensupport werden zu großen Teilen per E-Mail oder Telefon angeboten. Nur in wenigen Fällen ist ein Mitarbeiter vor Ort notwendig, um Überweisungen oder Bankgeschäfte im Alltag auszuführen. Eine Entwicklung, die Wirkung zeigt: 2010 verzeichneten Direktbanken einen Kundenstamm von insgesamt 14 Millionen, der 2015 bereits bei 18,2 Millionen Nutzern lag. Tendenz steigend!

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  • Autor: Constantin Jacob (übertragen an Marcel Rübesam am 04.12.2020)
  • Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

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